"Powerchords" sind streng genommen gar keine richtigen Akkorde, da sie nicht über mindestens drei verschiedene Akkordtöne (in der Regel: Grundton, Terz und Quinte) verfügen. Vielmehr handelt es sich bei einem Powerchord um einen verkürzten "Akkord", der nur aus zwei Tönen (Grundton + Quinte) besteht, wobei der Grundton oft in der Oktave gedoppelt wird. Dadurch werden zwar drei Saiten auf der Gitarre angeschlagen, es erklingen jedoch nur zwei VERSCHIEDENE Töne!
Beispiel: Powerchord "E5" auf der E-Gitarre:
Gespielt werden die leere tiefe E-Saite (Ton "e"), das "b" am 2. Bund der A-Saite sowie das "e" am 2. Bund der D-Saite. Drei Saiiten, aber nur zwei verschiedene Töne, nämlich "e" und "b" (in der alten Tonbezeichnung auch "h" genannt).
Wenn du E-Gitarre spielst, kommst du an Powerchords nicht vorbei. Diese Zweiklänge bestehen - wie erwähnt - meist nur aus der Grundnote und der Quinte – das macht sie einfach zu greifen, aber extrem kraftvoll im Sound. Gerade im Rock, Punk oder Metal sorgen Powerchords für den typischen, fetten Gitarrensound, den du kennst und liebst.
Sie sind perfekt, um Riffs zu schreiben, weil sie auf dem Griffbrett leicht verschiebbar sind. Du brauchst also nicht viele verschiedene Griffbilder zu lernen – ein Muster reicht oft schon, um coole Songs zu spielen. Allerdings gibt es mehrere "Voicings", also nicht nur EIN Griffbld für Powerchords!
Außerdem klingen sie auf einem verzerrten Amp viel konsistenter als komplexe Akkorde mit vielen Tönen, was nicht zuletzt an den fehlenden Terzen liegt.
Kurz gesagt: Wenn du mit deiner Gitarre richtig Druck machen willst, sind Powerchords dein bester Freund.
Powerchords bestehen meistens aus nur zwei Tönen: dem Grundton und der Quinte. Optional kann der Grundton noch eine Oktave höher wiederholt werden.
E |---|---|---|---|
B |---|---|---|---|
G |---|---|---|---|
D |---| 2|---|---| → 2. Finger auf 2. Bund D-Saite
A |---| 2|---|---| → 3. Finger auf 2. Bund A-Saite
E |---|---|---|---| → Leersaite (E-Saite)